Auf der Suche nach Nessie

Ich stehe ja total drauf: Mythen, Phänomene und alles andere, was nicht logisch nachvollziehbar ist. Kein Wunder also, dass bei meinem Schottland-Trip Loch Ness auf dem Plan stand. Damals in Edinburgh war es uns zu weit hoch zu fahren. Aberdeen lag nun um einiges näher dran – doch trotzdem war es gar nicht mal so einfach dorthin zu kommen. 

Mit dem Boot über dem Loch Ness.

Ich hatte in den vergangenen Wochen verdammt viel zu tun, so dass die Reiseplanung darunter leiden musste. Mit einem groben Plan im Kopf – mehr auch nicht – ging es schließlich nach Aberdeen, Schottland. Eine detaillierte Planung wollte ich dann vor Ort machen.

Der Loch Ness liegt von Edinburgh ca. vier Stunden Autofahrt entfernt, von Aberdeen lediglich drei. Für mich nur logisch, dass es wohl genügend Möglichkeiten in Form von Bahnverbindungen, Touren etc. von Aberdeen zum Loch Ness geben müsste. In Aberdeen angekommen ging es am Ankunftsabend erst einmal an die Recherche. Und das Ergebnis war ernüchternd. Zunächst wollte ich die Schuld auf mein kleines Handydisplay werfen (vielleicht hatte ich ja was übersehen?), doch das iPad zeigte mir das ernüchternde Ergebnis im Großformat: Nur wenige Touren wurden von Aberdeen zum Loch Ness angeboten und diejenigen, die angeboten wurden, waren bereits ausgebucht. Die Anzahl der Touren, die von Edinburgh zum Loch Ness angeboten wurden, war um einiges höher. Damn it, da hätte ich vor drei Jahren die Chance ergreifen sollen als ich in Edinburgh war. Doch ich ärgerte mich so sehr darüber, dass ich in die Reiseplanung nicht mehr Zeit investiert hatte, so dass ich so lange recherchierte, googelte, E-Mails schrieb, Anfragen versendete … bis ich schließlich meine eigene Tour zusammen gestellt hatte: Mit dem Zug von Aberdeen in die Hauptstadt der Highlands: Inverness.

Das Urquhart Castle direkt am Loch Ness gelegen.

Dort stand als erstes ein kleiner Rundgang durch die Stadt auf dem Plan und dann sollte vom Busbahnhof eine Tour zum Loch Ness starten. Als Anbieter hatte ich Jacobite gefunden. Für rund 26 britische Pfund pro Person sollte uns der Jacobite Bus von Inverness bis zum Loch Ness bringen. Von dort sollte es dann mit einem Boot über den Loch Ness bis zum Urquhart Castle gehen und von dort zurück nach Inverness. Gefunden und gebucht.

Die Zugfahrt von Aberdeen nach Inverness führte direkt durch die Highlands. Unmengen an grünen Berghängen, Wiesen und Schafen waren zu sehen. Die Landschaft erinnerte mich teilweise an Kanada. Besonders dann, wenn wir an einem Fluss entlang fuhren. Gerne hätte ich von Zeit zu Zeit den Zug gegen ein Auto eingetauscht um aussteigen und mir die Landschaft genauer angucken zu können.

Blick über die Burgruine.

Nach zwei Stunden Zugfahrt waren wir in Inverness angekommen. Sofort merkte ich, dass Inverness ganz anders als Aberdeen war: Lauter, lebhafter und überfüllter. Da wir einen späteren Zug nehmen mussten (weil wir sonst in die Peak-Zeiten gefallen wären und wir 60 britische Pfund mehr für die Zugtickets hätten zahlen müssen), fiel unser Rundgang in Inverness dementsprechend kurz aus. Nun ja, eigentlich führte uns unser Weg direkt ins nächste Bella Italia Restaurant, weil wir Hunger hatten. Gesättigt und gestärkt ging es dann schließlich zur Bus Station, von wo der Jacobite Bus fahren sollte. Einen Ausdruck der Buchung brauchte ich nicht, die Buchungsbestätigung auf dem Handy reichte. Stand da. In der Buchung. Stimmte aber nicht. Der Busfahrer schickte mich erst mal in die Bus Station rein, damit ich dort mir Papiertickets hole. Sowas liebe ich ja, wenn Informationen einfach falsch sind.

Im Bus erst einmal drin, dauerte es auch nicht lange bis die Fahrt zum Loch Ness losging. Ein Großteil der Strecke führte an Kanälen und schließlich am Loch Ness vorbei. Ich selbst versuchte Hochleistungen zu erbringen : Fotografieren, Filmen und das Bedürfnis mich übergeben zu müssen zu unterdrücken, denn der Busfahrer legte eine äußerst rasante Fahrweise an den Tag. Ich war froh, als wir schließlich ankamen und wir auf das Boot umsteigen können.

Der Loch Ness ist einen Besuch wert. Auch ohne Nessie.

Ich hatte vor unserem Trip bereits gelesen, dass der Loch Ness gar nicht so toll sein soll und seinen Must-See Status nicht verdient hätte. Also ich fand ihn eigentlich sehr schön. Vielleicht lag es am sonnigen Wetter, vielleicht an der klaren Luft oder auch vielleicht doch an dieser kleinen Ähnlichkeit zu meinen kanadischen Erinnerungen: Die Fahrt über den See war die Zeit und das Geld wert. Auch das Urquhart Castle, welches direkt am Loch Ness liegt, war einen Besuch wert. Und Nessie? Nun ja, Nessie habe ich nicht gesehen. Ich war bestimmt am falschen Ende des Sees. Aber auch ohne Nessie hat mir die Gegend besonders aufgrund der Landschaft und Natur sehr gefallen.

Die Tour endete nach drei Stunden wieder bei der Bus Station und zwar sehr touristengemäß: „Wenn es euch gefallen hat, dann lasst eine gute Bewertung bei Tripadvisor da. Mein Name ist Alan. Falls es euch nicht gefallen hat, dann ist mein Name Gregg.“ Gelächter – nun ja.

Ist eine Fahrt zum Loch Ness empfehlenswert? Definitiv. Von Edinburgh oder Aberdeen? Ich denke, dass das auf den eigenen Zeitplan und das Budget ankommt. Pro Person hat uns der ganze Spaß inklusive Zugfahrt und Tour um die 50 britische Pfund gekostet. Nachteil an Aberdeen ist, dass die Zugfahrzeiten nicht so flexibel nach Inverness waren wie wir sie gerne gehabt hätten. Aber im Großen und Ganzen sind wir gut durchgekommen. Lediglich auf der Rückfahrt hat der Zug sich eine Verspätung von 15 Minuten eingefahren.


Was gibt’s hier noch?

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11 Gedanken zu “Auf der Suche nach Nessie

  1. Hallo!

    Das hört sich ja gut an und bin ich froh, dass du dein Handy nicht zerstört hast, sondern eine andere Lösung gefunden hast! :)
    Die Bilder sehen fantastisch aus und nun habe ich Lust nach Schottland zu reisen!

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

  2. Hallo du mit dem nicht auffindbaren Namen,
    letztes Jahr war ich mit Freunden auf einem Roadtrip durch Schottland. Wir sind in Edinburgh gestartet, zur Isle of Skye gefahren und wollten auf dem Rückweg auch Nessie suchen. Leider haben wir es nicht gefunden und ich muss mich auch denen anschließen, die sagen, dass es schönere Orte in Schottland gibt. Die Ruinen von Urquhart Casle haben mir gefallen und auch das Schlachtfeld in Inverness. Davon abgesehen fand ich Loch Ness etwas überfüllt. Die Highlands, Skye und Edinburgh machen mehr her. Nichtdestotrotz hat mich dein Bericht in der Erinnerung schwelgen lassen. Vielen Dank dafür und eine gute Reise
    Sven

  3. Das war ja eine etwas beschwerliche Reise für Dich. Wir lernten Loch Ness auf unserer Rundfahrt über die Britischen Inseln kennen und hatten Gelegenheit, zwei verschiedene Gesichter des Sees zu sehen. Bei Sonnenschein ist er zwar schön, aber nicht aufregend. Bei Regenwetter erscheint der See jedoch so mystisch, wie man ihn fast immer in Berichten zu sehen bekommt. Nessie haben auch wir nicht gesehen, aber wir uns fehlte die Zeit, um die Wasserfläche eine Weile lang zu beobachten. Unseren ganzen Bericht über Loch Ness kannst Du unter https://akweltenbummler.com/?s=Loch+Ness lesen, wenn Du magst.

  4. Ich liebe Schottland! Auf instagram hatte ich die letzten zwei Sonntage einen Scotland Sunday. Das war toll und deine schönen Bilder machen noch mehr Lust, das Land bald wieder zu besuchen.
    Viele Grüße, Becky

  5. Nun ich finde auch, dass Loch Ness unbedingt dazugehört, allerdings auch, dass es viel viel schönere Orte in Schottland gibt!
    Mein Favor: Glencoe!
    Und wer was unheimliches erleben will, sollte in einem Castle übernachten 😊

    Mir hat deine Geschichte gefallen 😊

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