Pack die Buntstifte aus!

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Ich sitze irgendwo am Flughafen und warte auf meinen Weiterflug. Ich bin gesättigt und mit Getränken versorgt. Das Terminal kenne ich inzwischen in – und auswendig und zum shoppen will ich mich auch nicht aufraffen. Meine Hand wandert in die Tasche und schon habe ich mein Handy in der Hand. Das Handy, wo ich täglich E-Mails und Nachrichten bekomme, die entweder etwas mit Uni oder Arbeit zu tun haben. Nein Danke, daran will ich jetzt nicht erinnert werden, denn ich habe Urlaub. Zurück in die Tasche mit dem Teil. Ich könnte Musik hören. Nah, geht auch nicht. Die Musik befindet sich ja auch auf meinem Handy. Ich könnte ein Spiel spielen. Mist, auch auf dem Handy. Ich könnte meine bereits geschossenen Fotos mir anschauen … Ihr ahnt es: Genau, sie befinden sich auch auf dem Handy aka Smaaaaartphone. Also sitze ich da am Flughafen und weiß nichts mit mir anzufangen. Noch nicht einmal das Leute beobachten macht Spaß. Ich fühle mich wie eine unterbeschäftigte Vierjährige und entschließe mich schließlich doch noch einmal in den Laden mit dem Büchern und Zeitschriften zu gehen. Vielleicht finde ich ja was gutes zum Lesen. Aus Papier. Denn meine Büchern befinden sich natürlich auch gut verpackt in einer Kindle App auf dem iPad.

Der Grund, wieso ich keine Straßen überqueren kann.

Im Laden angekommen, fällt mir gleich etwas ins Auge: Malbücher. Nicht Winnie Pooh oder Disney Gedöns, sondern detailliert ausgearbeitete Skizzen, die mich ein wenig an Mandalas erinnern. Malbücher für Erwachsene – ein neuer Trend. Gar nicht mal so schlecht, denke ich. Darauf hätte ich sogar irgendwie Bock und das obwohl ich im Ausmalen immer eine Niete war. Ich kann mich noch ganz genau an eine Diskussion mit meiner Lehrerin in der Grundschule erinnern. Wir sollten einen Comic ausmalen, in dem es darum ging, wie zwei Freundinnen eine viel befahrene Kreuzung überqueren. Die Quintessenz daraus war, dass wir durch den Comic lernen sollten wie das so mit dem Straßenverkehr funktioniert. Bringt einen überhaupt nichts, wenn man in gewissen Ländern außerhalb Deutschlands ist, weil vielerorts rote Ampeln nur ne Richtlinie sind, an die man sich gegebenenfalls, wenn man mal Lust hat und es gerade nirgends drückt und es erst vier Uhr schlägt und einem morgens keine schwarze Katze von rechts übern Weg gerannt ist … mal halten könnte. Oder so. Na ja, auf jeden Fall pädagogisch sehr fördernd, dass wir den Comic ausmalen sollten. Wenn man heutzutage sieht wie ich Straßen überquere, dann wird man sich denken können, dass davon nichts hängen geblieben ist. Kein Wunder, anstelle mir bei zu bringen, wie man nun richtig über die Straße geht, wurde das Ausmalen meinerseits kritisiert.  Die Farben der Jacken würden sich von Bild zu Bild ändern, was ja bedeuten würde, dass die Mädchen sich zwischendurch umgezogen hätten, weshalb sie ja zu Hause gewesen sein müssten, was ja nicht geht, weil sie an einer gottverdammten scheiß Kreuzung stehen. Scusi. Doppelscusi, aber schon mal was von ‚Freedom of the colours‘ oder so gehört?  Vielleicht hatte ich einfach Bock darauf, das so zu malen? Und außerdem: Möglicherweise haben sie sich ja zwischendurch umgezogen. Ich bin jahrelange Zugfahrerin. Wenn es eine Sache ist, die ich schnell kann, dann ist es aus Jacken rein- und rauskommen. Ich weiß gar nicht mehr wie das Gespräch endete, aber allein schon die Tatsache, dass ich mich daran noch erinnern kann, zeugt davon, dass zumindest ich nicht auf den Kopf gefallen bin. Exkurs Ende.

Der Grund, wieso ich mir kein Malbuch kaufte.

Nun ja, man kann es vielleicht schon erahnen: Wenn es ums Ausmalen ging, war ich den Dingen nicht gerade positiv gesinnt. Aber irgendwie hatte ich Bock drauf. Warum nicht so ein Malbuch kaufen? Ganz einfach: Im gesamten Laden gab es keinen einzigen Buntstift und ich hatte natürlich auch keine dabei. Dumm gelaufen, aber das Ganze regte mich mal zu ein wenig Recherche an. Und siehe da, es gibt echt tolle Malbücher! Und damit meine ich keine in Schwiegertochter-Gesucht-Manier, sondern welche wo der Anspruch schon ein wenig gestiegen ist. Wirklich.

Der Grund, weshalb ich mir doch eins kaufen will.

Nun ja, das mit dem Anspruch klingt jetzt ein wenig doof, weil das erste Buch, welches ich entdeckt habe, „Wer hat hier gefurzt?“ heißt. Die Beschreibung trifft es ziemlich genau:

„Von peinlich bis neurotisch, von kriminell bis unmoralisch – dieses Malbuch widmet sich gnadenlos ehrlich den Widrigkeiten des Alltags. Mal dir den Frust von der Seele! Über 50 witzige und schwarzhumorige Malvorlagen, Suchbilder, Worträtsel, Punkt-zu-Punkt-Bilder und Irrgärten – das kurzweilige Vergnügen für alle, die mehr Spaß wollen.“

Ich muss sagen, dass klingt genau nach etwas, was mir Spaß machen könnten. Die nächste Reise steht an? Für 7,99 € landet dieses Buch in meinem Gepäck.

 

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© Amazon

 

Lufthansa glänzt mal wieder mit einer grandiosen Verspätung? KLM hat deinen Koffer nicht mitgeliefert? SWISS hat einfach mal eben deinen Rückflug storniert? Bleib ruhig, alles ist gut. Bevor du deine Flüche laut raus posaunst, solltest du sie lieber kreativ verwirklichen. Und zwar mit „Fluch dich Frei“. In diesem Buch kannst du Schimpfwörter und Flüche ausmalen und dadurch wieder zu Ruhe und Gelassenheit kommen. 5,99 € kostet der Spaß lediglich.

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Und für alle wirklich Kreativen unter uns, habe ich auch noch eins gefunden: Punkt-zu-Punkt. Dieses Malbuch solltest du dir besorgen, wenn du deine Wartezeit kreativ überbrücken und im Anschluss ein wirklich schönes, ausgemaltes Bild haben wirst. Dieses Buch kostet ebenfalls 5,99 €.

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© Amazon

 

Wäre das etwas für euch? Und wer ist bereits fleißig am Ausmalen? Ich selbst habe es früher die geschafft ein Malbuch mal ganz auszumalen, aber man kann es ja noch mal wieder versuchen ;)


Gegen Langeweile:

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5 Gedanken zu “Pack die Buntstifte aus!

  1. Ich komme mir vor, wieder ins Kleinkindalter zurückgeworfen zu werden. Mir ist ausmalen u gegängelt, obwohl ich den Sinn verstehe. Wäre nur nix für mich;-)

  2. Wir waren letztes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse und da waren gefühlt die Hälfte der Bücher Malbücher für Erwachsene. Ich musste mir natürlich auch eines mitnehmen und habe gemerkt, dass ich da mit dem Kopf komplett runterfahren kann, durch die Konzentration auf die Linien, Farben, Stiftführung. Das ist vor allem dann praktisch, wenn die Gedanken mal wieder dazu neigen, sich völlig zu überschlagen und das Hirn kurz vorm Kollaps zu sein scheint.
    Liebe Grüße :)

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