Lieber Glasboden, bitte halt mich aus.

Tower Bridge

Sie ist definitiv eines der Hauptwahrzeichen in London: Die Tower Bridge. Oft wird sie in Kombination mit dem Tower of London besichtigt. Seit rund einem Jahr bietet die Brücke eine Besonderheit an: Einen durchsichtigen Glasboden, von wo man herunter auf die Themse schauen kann. Bereits wenige Tage nach Eröffnung des Glasbodens gab es bereits die ersten Schreckensmeldungen: Passant lässt Flasche fallen – Gläserner Boden der Tower Bridge zersplittert.  Ich hab die Tower Bridge nun mal wieder besucht. Ob er der Glasboden wirklich so instabil ist und weshalb man so früh wie möglich da sein sollte, erfahrt ihr nun. 

Es ist 9.59 Uhr. Die Briten nehmen’s ja genau mit ihrer Pünktlichkeit, denke ich mir, während ich vor dem Eingang der Tower Bridge warte. Um Punkt 10 werde ich schließlich herein gelassen. 9£ kostet mich der Besuch der weltberühmten Brücke und ich finde, dass die Tower Bridge damit zu den günstigen Sehenswürdigkeiten Londons gehört. Tower, London Eye, Madame Tussauds sind mindestens doppelt so teuer. In einem Fahrstuhl geht es nach oben. Ich kenne die Tower Bridge bereits und bin eigentlich nur wegen des Glasbodens hier. Daher beschließe ich den Anfang des Rundgangs einfach nach hinten zu verschieben und mache mich zu den Übergängen, wo sich die Glasböden befinden, auf.

Wer kennt das nicht? Man geht in ein Spiegellabyrinth und sieht die Scheiben einfach nicht – vor lauter Fingerabdrücken. Spaß macht das nicht. Auf der Tower Bridge habe ich Glück: Ich bin die Erste, die sich dem Glasboden nähert. Bevor ich mich auf ihn wage (immerhin hat es angeblich eine Flasche geschafft das Glas zum splittern zu bringen; ich frage mich im Stillen wie das funktioniert haben soll – denn bevor ich überhaupt in den Fahrstuhl nach oben steigen durfte, wurde meine Tasche genauestens unter die Lupe genommen), gehe ist erst einmal herum. Ich beschließe, dass er eigentlich ziemlich stabil ausschaut und setze einen Fuß auf die Glasscheibe. Unter mir fahren die schwarzen Taxis und die roten Doppeldecker. Noch eine Etage tiefer, schippert ein Boot unter der Brücke durch. Ich muss zugeben: Ein Glasboden an dieser Stelle war schon lange überfällig.

Ich genieße die Minuten, die ich für mich alleine auf dem Glasboden habe. Nach einiger Zeit kommen die nächsten und wagen sich genauso zögerlich wie ich auf das Glas. Ab und zu kommt ein Staff Member vorbei und schmunzelt über all diejenigen, die einen weiten Bogen um den Glasboden machen. Ich muss sagen, morgens bei Sonnenschein ist die Tower Bridge wirklich einen Besuch wert. Auch wenn ich bereits viele Glasböden-Attraktionen gesehen habe, hat mir dieser hier morgens wirklich gut gefallen: Keine Fingerabdrücke, keine Menschenmassen. Das ist wirklich schon einiges wert.

Was mich interessiert: Eure Glasboden-Erlebnisse. Wo fandet ihr einen Glasboden spektakulär, wo eher langweilig?


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5 Gedanken zu “Lieber Glasboden, bitte halt mich aus.

  1. Hey! :)
    Ich wäre vermutlich genauso misstrauisch gewesen aber klingt nach einer guten Sache, die ich mir für den nächsten Besuch in London merken werde! Danke für den Tipp!

    Liebe Grüße,
    Saskia

  2. Hallo,
    vielen Dank für diese Anregung, da wir im Sommer auch einen Abstecher nach London machen wollen.
    Unser Glasbodenerlebnis lag in Chicago, in einem der gläsernen Erker des Willis Towers. Da steht man 412m frei über dem Boden, ein unglaubliches Gefühl, einmalig. Etwas mulmig ist einem aber dabei schon. Eine Menge Leute machten auch hier einen großen Bogen um die gläsernen Erker.
    Das ganze Erlebnis kannst Du hier nachlesen: http://akweltenbummler.com/2012/09/26/chicago-illinois/

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