Schwing deine Beine, Baby.

Festivval

Die meisten Festivalgänger haben sich wahrscheinlich schon entschieden, andere sind immer noch unentschlossen und ich würd ja gerne ohne wenn und aber, doch leider gibt es viel zu viele wenn und aber’s … und, und, und. Kurz gefasst: Ich möchte dieses Jahr auf ein Festival, doch stattdessen sieht es so aus als ob ich wohl oder übel von den Erfahrungen und Erinnerungen aus dem letzten Jahr zehren muss. Und was das für welche waren, erfahrt ihn nun. 

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Das Zelt unter dem Pavillon: Gemütlichkeit wird groß geschrieben.

Da wo der Deich brennt, da war ich letztes Jahr: Das Deichbrandfestival in Cuxhaven, meine absolute Festivalpremiere. Warum zum Deichbrand? Zu sagen, dass dort ein Haufen meiner Lieblingsbands als Line Up gesetzt war, wäre schlichtweg gelogen. Nein, durch meinem London Aufenthalt war die Auswahl an Festivals schlichtweg begrenzt und da ich von Festivals zu dem Zeitpunkt sowieso keine Ahnung hatte, entschieden wir uns für das Deichbrand.

Wenn man pünktlich sein will & viereckiges Wasser sucht

Geplant war es am Donnerstagmorgen um 8 Uhr loszufahren um pünktlich anzukommen und uns einen guten Zeltplatz zu sichern. Die Stadtgrenzen hinter uns gelassen haben wir schließlich doch erst um 10 Uhr – unauffindbarem Wasser in Tetrapacks sei Dank. Egal, hauptsache wir kommen nicht in Stau. Hauptsache die Blase drückt nicht. Hauptsache der Stau ist gleich vorbei. Den Fortgang der Geschichte kann man sich denken. Natürlich dauerte es bis wir schließlich von der Autobahn abfahren konnten. Und dann mussten wir natürlich auch noch lange auf dem Parkplatz anstehen bis wir schließlich unser Festivalbändchen ums Handgelenk hatten.

Mit Zelt, Pavillon und Aufbauutensilien marschierten wir los. Und kamen wir auf ein Stoppelfeld. Aber das ist doch nicht etwa das Greencamp? Nein, das kam dahinter. Zahlreiche Zelte standen bereits und es dauerte einige Zeit bis wir schließlich noch eine Lücke für unser Zelt und unseren Pavillon fanden. Es dauerte nicht lange, da stand unser neues Kurzzeit-Heim. Ich war begeistert. Danach ging es zurück zum Parkplatz und meine anfängliche Begeisterung schwand, als wir feststellten, dass wir all unseren Kram nicht in einer Fuhre zum Zelt transportieren konnten. Gut, dass wir zumindest eine Sackkarre dabei hatten. So ging es ein wenig leichter, aber trotzdem brauchten wir eine halbe Ewigkeit bis zum Zelt. Am Ende des Tages hatten wir dann alles aufgebaut. Darauf wurde schließlich bei Käse-Schinken-Nudeln-Aus-Der-Tüte drauf angestoßen. Yippieyaiyeah.

Hier ist es sauber: Campen im Greencamp.

Schlafen wie ein Bär.

An die erste Nacht kann ich mich nicht erinnern, weil ich geschlafen habe. Ich wiederhole: Ich habe geschlafen. Tief und fest. Mit ein bisschen Geschnarche. Mein Gott, ich bin stolz auf mich! Weil ich das echt nicht von mir erwartet hätte, dass ich als Festival- und Campingneuling so fest und tief und durch schlafe. Am nächsten Morgen gabs für mich Pulver Kakao mit einem Schuss Pulver Kaffee zum Frühstück und für den Herrn Pulver Kaffee mit einem Schuss Pulver Kakao. Und ein völlig überteuertes Baguette für 4,50€. Gestärkt machten wir uns dann auf den Weg das Festivalgelände zu erkunden. Wir wollten zunächst in den Supermarkt um dort nach Wasser in Tetrapacks zu schauen, da nur Tetrapacks auf dem Festivalgelände erlaubt sind. Unser Weg führte uns über Mordor – also über das normale Camp. Dort standen bereits einige Zelte und Pavillons nicht mehr. Und den Müllbergen konnte man beim Wachsen zu sehen. Ahja, interessant. Das hab ich nun also auch gesehen. Im Supermarkt wurden wir auch nicht fündig, mit unserem Wasser. Dann eben nicht.

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Nicht endzeitgeil: Handbrotzeit auf dem Deichbrand.

Dann ging es schließlich zum ersten Mal aufs Infield. Sooo viel Essen. Und sooo teure Preise. Egal. Wir hatten Hunger und kauften uns eine Handbrotzeit. Mir wurde davon bereits wochenlang vorgeschwärmt. Sie war gut. Ja, das war sie wirklich. Aber sie war nicht Endzeitgeil. Schade, eigentlich.

Am ersten Tag schauten wir uns Itchy Poopzkid, Bilderbuch und abends dann die Beatsteaks an. Die Sonne knallte auf uns herunter und das Wetter war einzigartig herrlich. Ich weiß noch, dass ich mit der Musik nicht ganz so viel anfangen konnte. Gerade Bilderbuch war nichts für meine Ohren. Doch manchmal braucht gute Musik eben einfach länger bis sie mich erreicht. Abends kam dann wieder unser toller Campingkocher zum Einsatz: Ravioli aus der Dose, welch ein Fest. Und geschlafen hab ich wieder wie ein Bär.

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Viele Menschen: Kraftklub steht in den Startlöchern.

Endzeitgeile Mucke.

Am nächsten Tag hat es dann morgens geregnet und es war einfach furchtbar kalt. Duschen? Ach nö, nicht bei diesem Wetter. Nach Instant Kakaofee und Baguette waren wir wieder startklar. An diesem Tag spielte die einzige Band, die mich wirklich interessierte: The Kooks. Der Herr und alle anderen Deichbrandbesucher wollten natürlich Kraftklub sehen, hören … Mit Kraftklub konnte ich im Vorfeld wenig anfangen. Was heißt wenig: Eigentlich gar nichts. Aber in dieser Nacht wurde ich des besseren belehrt: Manchmal muss man eben Dingen eine Chance geben, dabei sein, sie erleben … und erst dann darüber urteilen. Kraftklub war das, was die Handbrotzeit nicht war: Endzeitgeil. Kraftklub machte Stimmung ohne Ende, so dass ich auch komplett angefixt war. Bei Deichkind hingegen war im Anschluss komplett die Luft raus.

Fazit meines ersten Festivalerlebnisses: Ich will wieder auf ein Festival. Warum ich dann noch kein Ticket habe? Weil mich das Line Up bisher noch von keinem überzeugt hat. Ich könnte natürlich trotzdem hin und mich dann wie bei Kraftklub und Bilderbuch bekehren lassen, jedoch kollidieren die Festivaltermine mit meinen Uniterminen. Shit happens. Was momentan noch in Frage kommen würde, wäre das Lollapalooza im September in Berlin. Aber da steht ja noch kein Line Up fest. Man darf gespannt sein.

Meine Frage an euch: Geht ihr dieses Jahr auf ein Festival? Und wenn ja wohin und wieso?

Du tanzt die ganze Nacht, du tanzt den ganzen Tag
Wenn du drehst, dich bewegst
Du hast etwas entfacht, die Nächte sind so lau
Wenn du drehst, dich bewegst
Du leuchtest durch die Nacht
Es ist so hell wenn du lachst

Schwing deine Beine, Baby

Bilderbuch. Discokugel.

 

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10 Gedanken zu “Schwing deine Beine, Baby.

  1. Der deich brennt in diesem jahr wieder würde ich sagen. Nach zwei jahren „zwangspause“ zwecks schwangerschaft und anschließend babys bespaßen werden die minis in diesem jahr bei oma und opa geparkt und dann geht es los. Aber ganz spießig als heimschläfer 😃😃

  2. Nuja…ein kleines Festival findet sich doch bestimmt? ;)

    Letztes Jahr war ich auf dem Sziget (da fang ich gar nicht erst an, eine Woche Festival zu erzählen sprengt das Kommentarfeld :P ) und sonst meist auf dem Southside. Im kommenden Jahr vielleicht auch ein Festival im Ausland…in Tschechien gibt es 1-2 interessante Festivals. Oder das NOS Alive in Portugal am Meer….klingt auch sehr nett und da war letztes Jahr Muse als Headliner…

  3. Ich fahre in diesem Jahr zum ersten Mal zum Hurrican nach Scheeßel. Warum? Hauptsächlich, weil ich Rammsteinfan der ersten Stunde bin und noch nie in den Genuß einer Konzertkarte. Also gabs kein Überlegen, als feststand: Sie spielen in Scheeßel. Darüber hinaus freue ich mich auf Deichkind und Mumford and Sons und lasse mich vom Rest überraschen.

  4. Ohja, ich kann dich voll und ganz verstehen. Festivals machen echt süchtig. Zwar stand ich vor drei Jahren das erste Mal auf einem und dachte mir im ersten Moment: „Nie wieder!“, aber irgendwie zieht es mich jedes Jahr doch voller Vorfreude auf die gleichen Open-Airs ;)
    Vielleicht sieht man sich ja auf einem oder zwei: Nächstes Jahr hoffe ich, dass ich auf das Southside komme und ansonsten kann ich das A Summer’s Tale nur empfehlen!

    nialebt.wordpress.com

  5. Dann geb ich mal meinen Senf dazu, meine Wand zieren ja schon einige Festivalbändchen.
    Ich habe den großen Festivals abgeschworen. Unter 100.000 Menschen fühle ich mich einfach nicht wohl und ich hab nur schlechte Erfahrungen gemacht, das Festival-Feeling war einfach nicht da.
    Deshalb gehe ich am liebsten aufs Resist to Exist in Berlin. Gut, das Line-up besteht nur aus Punk-Bands, ist also nicht für jeden was. Aber was ich an dem Festival liebe, sind nicht die Bands, sondern die Leute. Ein kleines Festival hat automatisch ein mehr familiäres Feeling. Bei 2000 Menschen ist alles angenehmer. Die Dixies sind sauber, die Menge vor der Bühne überschaubar und der Zeltplatz geräumiger (Wobei ich auch Zelten abgeschworen habe.). Wir treffen auch jedes Jahr neue und alte Freunde. Manche Menschen sehen wir nur ein mal im Jahr und zwar genau auf diesem Festival, mensch, wir sind mit denen nicht einmal auf Facebook befreundet. Aber jedes Jahr gehen wir auf die Suche nach unseren Freunden und die Freude ist jedes Mal groß.
    Fazit: Große Festivals bäh, kleine yäi

  6. Als ich das hier gerade gelesen habe, sind sofort meine Festivalerinnerungen hochgekommen. Wie ich es Liiiiiiieeebe! Ich fahre jedes Jahr auf das Open Flair Festival nach Eschwege. Das ist nicht weit von uns in Kassel und daher trifft man auf dem Campgelände jede Menge Menschen, die man kennt. Es ist quasi wie mein zweites zu Hause! Ich werde auch dieses Jahr wieder dort hinfahren. Es gibt auch ein ziemlich cooles Lin-Up bisher. Sum 41, Limp Biskit, Jennifer Rostock usw. die bisher bestätigt sind. Ich freue mich unglaublich darauf, wieder mit all meinen Freunden ein paar tolle Tage zu haben und so richtig alle Sorgen einen Moment lang zu vergessen. Man fühlt sich einfach Frei und hat Spaß! So sollte es immer sein. Ich drücke dir die Daumen, dass es bei dir dieses Jahr vielleicht doch noch klappt! Komm doch einfach bei uns vorbei, wenn du Lust hast :) Bei uns ist jeder Herzlich willkommen! Du musst dann wahrscheinlich nur sehr viel trinken :D <3

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