Die Welt ist klein

Es leben an die 7,125 Milliarden Menschen auf diesem Planeten. In rund 195 Staaten. In Millionen von Städten, Ortschaften und Dörfern. Und manchmal ist man eben genau zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. 

Im Jahr 2009 war ich zufälligerweise genau zur gleichen Zeit in London, als dort der G20 Gipfel stattfand. Und wenn man in London ist, dann ist man sowieso immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich war kaum drei Stunden in meiner favorisierten Lieblingsstadt, als Prinz Charles und Camilla, Berlusconi und noch zahlreiche weitere Politiker, die ich aufgrund meiner damaligen nicht näher erwähnenswerten politischen Kenntnisse auf die Schnelle nicht zuordnen konnte. Am nächsten Tag war ich auf der Suche nach dem Hard Rock Café. Dass wir zunächst in die völlig falsche Richtung rannten, war insofern nicht schlimm, da ich mit einer weiteren, wunderbaren Begegnung belohnt wurde. Denn wer fuhr da an uns vorbei? Die Queen, Ihre königliche Majestät höchstpersönlich. Man, war ich amused darüber. Was man auf dem Foto nicht sieht, neben ihr saßen ihre Corgis. Ebenfalls sehr majestätisch.

London2009 288

A propos die Queen: Vom 24. bis 26 Juni wird sie nach Deutschland kommen. It’s time for some tea.

Wie klein die Welt wirklich ist, wurde mir ein Jahr später in New York City bewusst. Ich saß bereits in der Fähre, die mich zur Statue of Liberty bringen sollte und wartete darauf, dass sie endlich ablegen konnte. Doch noch immer stiegen Leute ein und während ich beobachtete wie die Menschenmassen sich auf die Fähre zubewegten, stellte ich fest, dass sich unter ihnen mein Englischlehrer befand. Nur zur kleinen Info: In Manhattan leben 1,626 Millionen Menschen. Rund 25 Millionen Touristen besuchen jährlich die Stadt. Und ich sehe wie mein Englischlehrer gemütlich auf die Fähre schlendert. Mein Englischlehrer aus Deutschland. Na so was über auch. Gesehen hat er mich nicht. Und erkannt hätte er mich wahrscheinlich auch nicht. So ist er nämlich schon mal zwei Jahre zuvor am Flughafen von Knoxville beim USA Austausch an mir vorbei gerannt, ohne mich zu erkennen. Nun ja, was solls.

Eine weitere interessante Begegnung, gab es im Jahr 2005: Ich war 13 und wir flogen nach Isla de Margarita, Venezuela. Das Hotel lag in der Nähe der Fischerstadt Juan Griego. Um nach Juan Griego zu fahren, nahmen wir das ein oder andere Mal ein Taxi. Und wer chauffierte uns eines Tages dorthin? Ein Taxifahrer, der meine Eltern schon einige Jahre zuvor schon über die Karibikinsel fuhr. Ich habe nun keine Statistiken wie viele Taxifahrer es auf Isla Margarita gibt, aber irgendwie finde ich es trotzdem erstaunlich wie klein die Welt doch ist.

Habt ihr auch schon mal festgestellt wie klein die Welt ist?


Mehr interessante Geschichten gibt es hier:

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20 Gedanken zu “Die Welt ist klein

  1. ….schoenes Bild vom Kanadischen Staatsoberhaupt Queen Elisabeth , allerdings ist sie hier in der frz. Provinz of Quebec nicht so gern gesehen. Ja der engl. franz. Krieg hat Spuren hinterlassen :) Viel Spass weiterhin bei Deinen Erlebnisreisen. Lieben Gruss aus dem tiefsten Winter in Montreal. Sabine

  2. Super Beitrag, ich habe mir schonmal überlegt ob man nicht ein Buch schreiben müsste… :-)
    Es ist erstaunlich, wie man Menschen ab und an wieder trifft.
    Ich habe mich in Sydney mit Freunden (geplant) getroffen, die ich vor ein paar Jahren in Neuseeland auf einem Trek kennenlernte. Als wir vor einem Regenguss in eine Bar flüchteten trafen wir dann weitere Bekannte die den gleichen Trek mit uns gemacht hatten….
    In Ushuaia (Feuerland, Argentinien) sprach mich eines Abends im Hostel eine Frau an, sie sei sich nicht ganz sicher, aber es könnte sein, dass wir uns in Uyuni (Bolivien) ein paar Wochen zuvor ein Taxi vom Flughafen geteilt hatten. Sie hatte recht….
    In Puerto Natales (Patagonien) habe ich eine Frau kennengelernt, die sich dann als eine Kindergartenfreundin eines Mitglieds meiner Arbeitsgruppe rausstellte. Wir haben ihn dann gemeinsam von dort aus angerufen. Ohne auf die Zeitverschiebung zu achten… :-)

  3. Ich kenne das ein bisschen anders. Da sitzt man nichts ahnend in einem Fischrestaurant an der Ostsee, liest die Weinkarte – und stutzt. Da gibt es tatsächlich Wein aus dem eigenen Heimatdorf. Ist mir vorher noch nie passiert. Und das beste: Der Winzer ist zwei Orte weiter, der hat seinen Weinberg nur bei mir im Dorf. Hm, ob der Wein gepanscht ist? Ich habe ihn nämlich nicht probiert. Warum auch, den Wein kann ich zuhause zur Genüge trinken.

  4. Die Story mit der Queen ist ja der Hammer! Unglaublich, dass du auch noch so schnell den Fotoapparat gezückt und ein scharfes Bild gemacht hast!
    Ich war bereits vier Mal in London und habe noch nie ein/e echte/n „Royal“ gesehen … vielleicht schaffe ich es ja im kommenden Juni! :-)

    LG
    Martina

  5. Schön Dein Bericht. Musste schmunzeln. Hier mein „die Welt ist klein“ Bericht: als mein Arbeitskollege und ich zaghaft vor 12 Jahren anbändelten, wollten wir erst prüfen ob es richtig passt, bevor wir es in der Firma offiziell machen wollten. Denn das ist dort nicht gern gesehen. Also entschieden wir uns Wochen später zu einer Reise nach New York. 14 Tage 24/24 zusammen, danach weiß man ob es Top oder Flop ist. Für den Rückflug mussten wir 8 Stunden am Flughafen NY verharren, da es Probleme mit der Maschine gab. Und jetzt rate mal, wer mit uns warten musste? Richtig, 2 Mitarbeiter aus der Firma… :-/

  6. ja, habe ich, als mir in Usbekistan zwei Franken über den Weg liefen – und ebenso in Marokko, mitten im Dauerregen in Meknes. Als ich sie ansprach stellte sich raus, dass sie aus meiner Heimatstadt stammten.

    Aber im Allgemeinen habe ich eher das Gefühl, dass die Welt zu groß ist, um in meinem Leben all das sehen zu können, was ich gerne sehen möchte.

  7. Oh ja, das habe ich auch schon mehrfach festgestellt. Zwar nicht über solche Entfernungen wie du, aber, zumindest Deutschland ist ein Dorf.
    Erst neulich habe ich ganz verwundert festgestellt, dass eine ehemalige Klassenkameradin von mir , mit einer sehr guten Freundin (damals kannte ich sie noch nicht) befreundet ist, obwohl gute 4 Stunden Autofahrt zwischen ihnen liegen und sie sich nicht durch mich kennen.

    Oder eine andere Geschichte, mein Name ist nicht so sehr häufig vertreten, also der komplette, Vor- und Nachname. Es gibt genau 2!! von uns und wir wohnen beide im gleichen Dorf, wirklich, ein kleines Kuhkaff…. es besteht aber keinerlei Verwandtschaft, wir sind beide Zugezogen ;)

    In London hatte ich leider nicht so viel Glück, aber vielleicht ja beim nächsten Mal :)

  8. Schöner Beitrag :) Auf die Queen bin ich extrem neidisch :D

    Und dass die Welt klein ist, habe ich auch schon festgestellt. Ein Beispiel ist, dass ich vor einigen Jahren mal in einem Unikurs mit einem Norweger war. Meine Mutter ist ebenfalls aus Norwegen. Ich habe ihn dann angesprochen, und er kam aus der Stadt, in der meine Großeltern lebten. Und nicht nur die gleiche Stadt, sondern sogar der gleiche Stadtteil ;) Und mein Bruder hat mal jemanden getroffen, der sogar eine unserer Cousinen kannte.
    Und meine Eltern waren wohl beide mal in München in auf den gleichen Faschingsball. Jahr bevor sie sich kannten. Und meine Mutter kannte zuvor ein etwas älteres Ehepaar aus der Stadt meines Vaters und die kannten sich auch.
    Die Mutter meines Freundes hat auch mal meine Grundschullehrerin getroffen, weil sie sich zufällig mit dieser Frau unterhalten hat im Bus. Auch an einem völlig anderen Ort in Deutschland und ohne Zusammenhang. Und als sie dann eben erfahren hat wo die Frau her ist, hat sie eben nach mir gefragt. Angeblich war das ein 5 Minuten Gespräch.

  9. ist uns in Marokko passiert –
    den Patienten getroffen, der von meinem Mann krank geschrieben worden ist.
    Seine Frau, die wir auch gut kennen, war so überrascht, uns zu sehen, dass sie laut meinen Namen rief und im gleichen Augenblick erkannte, dass Schweigen hier besser gewesen wäre *schmunzel*.
    Wir tranken einen Kaffee zusammen und redeten über solche Zufälle im Leben und die Situationskomik.

  10. Faszinierend. Von solchen Geschichten höre ich immer nur von anderen. Bei mir bleiben alle einfach genau da, wo ich sie erwarte. In meiner Heimatstadt oder in ihrer oder sonstwo. Zufällig jemandem begegnet, mit dem ich nicht gerechnet habe, bin ich nie. Dafür habe ich dann die lustigen Geschichten in petto, z.B. wie man die Guards in London zum Lachen bringen kann (jaa, wir haben es geschafft :D ) oder Begegnungen mit seltsamen Leuten in Zügen. Aber so hat dann auch jeder seine Geschichte zu erzählen.
    Eine Freundin von mir hat mal ihren Englischlehrer auf der Fähre nach Schweden getroffen. Da musste ich gerade dran denken. Aber der hat sie bemerkt…

  11. Toller Post. Und wie wahr es doch ist ;-)
    Ich habe einen ehemaligen Lehrer mal auf einem Rastplatz irgendwo in Schleswig Holstein getroffen. Die Wahrscheinlichkeit ist auch sehr gering, sich dort über den Weg zu laufen!

  12. Am meisten mag ich den Satz: Eine weitere interessante Begegnung gab es im Jahr 2005: Ich war 13… Das ist so ein Tortenmoment… So, jetzt fühl ich mich alt… aber einen schönen Blog hast du :-)

  13. So zufällige Begegnungen habe ich eigentlich nicht. Aber zumindest habe ich in London (geplant) schon einmal Royals gesehen, William und Kate bei einer Filmpremiere. Das war schon ziemlich cool.

  14. Ein sehr schöner Bericht. ^^
    Ja, manchmal ist es wirklich so, dass man denkt, dass die Welt sehr klein sei.
    Es ist glaube ich auch sehr lustig, plötzlich seinen Englischlehrer irgendwo auf der Welt zu treffen und der Queen nahe kommen zu können ist bestimmt ein sehr tolles Erlebnis.
    Wie gesagt, ein sehr schöner Post. Werde öfter mal vorbeischauen :)

  15. Weltenbummler mit Anziehungskraft. Hast du oder alle die dies schon erlebt haben einschließlich meiner wenigkeit darüber nachgedacht das es Gründe gibt immer wieder bekannte Menschen an Wildfremden Orten zu treffen?
    Kann es sein das diese eine Rolle in eurem Leben spielt?!
    Wie ein vertrauenswürdiger Taxifahrer in Südamerika oder der Englisch Lehrer dem man eine kleine Dankbarkeit ausschütten könnte für die Fähigkeit sich in der großen kleinen Welt zu Recht zu finden.
    Glaubt ihr an Zufall?
    Ich nicht! Auch wenn es die Situation vielleicht aufregender machen könnte, „was ein Zufall“ ist es doch viel spannender zu wissen welche Rolle diese Menschen in eurem Leben spielen. Jeder Mensch in unserem Leben soll uns ein Spiegel sein, in dem wir uns wieder erkennen damit es uns leichter fällt wer oder was wir sein zu Vermögen. Aber das ist ein anderes Thema.

    Eigentlich würde ich gerne wissen ob ihr diese Menschen aus dem nichts begegnet oder ob ihr ein oder zwei Gedanken zu vor an sie versendet habt. Habt ihr sie angezogen oder sie euch? Zum Beispiel Sven, du und deine Freunde in Sydney habt ihr nicht ausgiebig die Erlebnisse in Neuseeland review geschehen lassen? Somit auch über die weiteren Bekannten Erinnerungen schwelgen lassen?
    Nicht ganz zufällig trifft man diese Bekannten später in irgendeiner Bar :) Das ist eventuell kein Parade Beispiel. Eines der Situationen die jeder kennt ist, man denkt sehr intensive an jemanden und zack ein paar Stunden, Tage oder Wochen ruft dieser jemand an. Kennt ihr das?
    Bestimmt kennt ihr das.

    Ach ja ich liebe diese Community jetzt schon echt cooler Text und total geil dass es hier so junge Weltenbummler gibt die ihre Zeit mit uns teilen :)

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