Geflogen wird immer: Part I

DSC_1487

Lufthansa, KLM, British Airways oder Go! Airlines – Ich hatte sie alle. Nun ja, vielleicht nicht alle. Vielleicht auch nicht besonders viele. Aber erinnerungswürdig und prägend waren sie doch, die Fluggesellschaften mit denen ich bereits geflogen bin: Freie Sitzplatzwahl, Süßigkeitenbuffet in der Bretterklasse oder eine Stewardess, die auch nicht so recht wusste, wo wir überhaupt hinfliegen. Es wird Zeit sich mit den Fliegern zu beschäftigten, die mich an meine Reiseziele gebracht haben.

Den Startschuss machen heute Condor, Swiss und Go! Airlines.

Lufthansa, KLM, British Airways or Go!-Airlines – I know them all. Well, maybe not all. But most of them. I think it’s time to talk about the airlines which fly me to my favourite destinations because some flights were memorable and eventful. Today I talk about Condor, Swiss and Go! Airlines.

Condor:

2007 war für mich ein bedeutsames Jahr: Es war das Jahr, in dem ich meinen ersten Film geschnitten habe. Er trug folgenden oscarwürdigen Namen „Costa Rica – Am Arsch der Welt.“ Ich weiß, meine Kreativität lässt grüßen. Costa Rica … war ich wirklich dort? Wenn es nach der Ansage einer Condor-Stewardess ging, sind wir nicht nach Costa Rica, sondern Puerto Rico geflogen. Kann man ja mal verwechseln, passiert.

Was bei dieser Reise auch noch interessant war: Von Frankfurt ging es nicht direkt in die Costa Ricas Hauptstadt San José, sondern erst für einen kurzen Zwischenstop in die dominikanische Republik. Beim Hinflug mussten wir noch alle aussteigen und uns die Zeit in einem kleinen, sehr sporadischen Terminalcafé vertreiben. Auf dem Rückflug konnten wir zwar im Flugzeug sitzen bleiben, mussten aber genau so lange, wenn nicht sogar noch länger, auf das Weiterfliegen warten. Der Grund: Erst fehlten wichtige Dokumente, die irgendwie im Dominikanischen Laissez-Faire untergegangen sind und gerade zu dem Zeitpunkt wieder auftauchten, als ein gewaltiger Wolkenbruch herunterkam und den Weiterflug noch mehr verzögerte.

Da ich gerade beim Wetter bin: Egal wie die Wetterverhältnisse sind, Condor-Piloten sind tiefenentspannt. So war es auch nicht verwunderlich, als vor ein paar Jahren nach einigen Turbulenzen sich der Pilot meldete und sagte: „Und auf der rechten Seite sehen Sie noch ein Naturschauspiel: Dort baut sich gerade ein Tornado auf.“ Sah echt gut aus. Schade, dass ich damals nicht sofort die Kamera gezückt habe.

2007 was a special year: For the first time in my life I edited my very own film about my last travel. The film was called „Costa Rica – At the back of beyond“. However, sometimes I’m asking myself: Have I ever been to Costa Rica? Well, according to the stewardess the plane was flying to Puerto Rico and not Costa Rica. I know it’s so easy to mix that up. Happens every day to me. Ha ha ha. 

Another interesting fact: We had a short stopover in the Dominican Republic. The first stopover during our outbound flight. We had to leave the airplane and wait in a small café at the airport. During our return flight we stopped again there but this time there was no need to leave the airplane. This time it was a long wait because the Dominicans lost some important documents and it took some time until they appeared again. However, when they appeared the plane couldn’t take off because of a big thunderstorm. That’s why we had to wait a long time.

Now matter how bad the weather conditions are: Pilots who work for Condor/Thomas Cook are super relaxed. After experiencing some turbulences the pilot said: „For all who are sitting on the right-hand side, have a look … there is a tornado.“ For the first time in my life I saw a tornado and it was an interesting perspective to see. 

Swiss:

Pizza, Eis und natürlich Schokolade! Hachja, mit den Schweizern flieg ich gerne. Highlight eines jeden Fluges ist natürlich die Schweizer Schokolade. Aber auch sonst ist das Essen bei Swiss nicht zu verachten: Pizza als Snack zwischendurch oder ein leckeres Eis. In der heutigen Zeit ist sowas in der Bretterklasse echt schon was besonderes, zumindest bei den Fluggesellschaften mit denen ich fliege.

Highlight war mein Flug nach Florida: Ich weiß gerade nicht, was für ein Flugzeugtyp das war, aber wenn man zu den Toiletten wollte, musste man eine Treppe nach unten gehen. Dort gab es dann einen Vorraum, wo in einer Nische ein Korb mit Süßigkeiten stand. Daneben verschiedene Getränke. Ich hab mich dann einfach dort mal bedient. War ganz angenehm sich die Beine vertreten und gleichzeitig lecker naschen zu können.

Pizza, ice cream and of course: chocolate! I love traveling with those guys from Switzerland. My highlight is always the chocolate. Love it. Generally speaking I like the food they offer during their flights. Usually pizza or ice cream is not a part of the menu from other airlines. Remember: Chicken, beef or pasta? 

When I was flying to Florida we had a nice airplane. To go to the lavatories you had to go downstairs. There was a small area where you could eat candies (of course a lot of chocolate. I felt like I’m in heaven). There were also some drinks. It was so good just standing there, eating, drinking. Swiss, I wanna fly with you again! 

Go! Airlines:

Honolulu – Kona & Kona – Honolulu: Irgendwie musste ich ja von Hawaiiinsel zu Hawaiiinsel kommen und da Hawaiian-Airlines auf den ersten Blick dann im Gesamtrahmen doch zu teuer war, buchten wir bei Go! Airlines. Stop, eigentlich nicht wir, sondern das Reisebüro. Ja genau, die Hawaii-Reise haben wir im Reisebüro gebucht. Das war übrigens eine drei Stunden-Marathon-Sitzung, weil alles einzeln gebucht wurde: Hin- und Rückflug, Zwischenflüge, Auto erste Insel, Auto zweite Insel, Hotel erste Übernachtung, Hotel erste Insel, Hotel zweite Insel. Aber so hatten wir wenigstens alles unter Dach und Fach.

Also: Go! Airlines. Das wir damit fliegen würden, wussten wir übrigens auch erst direkt vor dem Abflug. Denn auf unserer Buchungsbestätigung stand Mesa Airlines. In Honolulu angekommen, wollte ich abends für den Flug den Weiterflug am nächsten Tag einchecken, doch nach einigen Minuten stellte ich fest, dass am darauffolgenden Tag kein Flug mit Mesa Airlines von Honolulu nach Kona ging. Miste. Nach einigem Hin und Her, Nachfrage an der Rezeption, Nachfrage beim Taxifahrer wusste ich dann irgendwann auch Bescheid: Mesa ist eigentlich Go! und Go! bringt uns am nächsten Tag nach Kona.

Das Terminal für die innerhawaiianischen Flüge ist beim Honolulu Airport klein. Dementsprechend übersichtlich war es auch, wer alles mit in der kleinen Maschine sitzen würde. Kurz bevor das Boarding losging, wurde der Gruppenführer bestimmt. Ja, es gab einen Gruppenführer. Dessen Aufgabe war es auf dem Rollfeld vorzugehen – natürlich nur auf der gelben Linie – und die restliche Gruppe im Gänsemarsch zum Flugzeug zu führen. Das klappte soweit so gut. Beim Einstieg ins Flugzeug – übrigens nicht auf einer Treppe, sondern  per Rampe wie bei solchen Viehtransportern – fiel mir auf, dass die Pilotin um einiges jünger aussah als ich. Und wohlmöglich auch war. Im Flugzeug konnte ich mich hinsetzen, wo ich wollte: Auf meinem Ticket war kein Sitzplatz vermerkt.

Der Flug mit Go! Airlines war angenehmer als ich gedacht hatte: Keine Turbulenzen und eine sichere Landung. Willkommen in Kona!

Go! Airlines – schön, dass ich noch einmal mit ihnen fliegen konnte. Ein halbes Jahr später stellte die Fluggesellschaft ihren Dienst ein.

From Honolulu to Kona – from Kona to Honolulu: The travel agency booked us two flights with „Mesa Airlines“. I’ve never heard of that airline before and when I wanted to check in I noticed that there is no flight with Mesa Airlines from Honolulu to Kona on the next day. So I did some internet research, asked someone at the front desk of the hotel I was staying at, asked a taxi driver  … And finally found out that Mesa Airlines is actually Go! Airlines.

At the airport everything was a little bit different than usually. First a squad leader was announced.  He had to guide all the other passengers to the airplane. When we arrived at the airplane, there was no stairs, only a ramp. While going up the ramp I had a look at the pilot: It was a young women who looked way younger than me. And I’m only 22! But well, we made it save to Kona. No turbulences, no plane crash. I could sit down wherever I want since there was no seat reservation. Moreover the plane was almost empty. Maybe that’s why Go! ceased operations in April, 2014.

Geflogen wird immer: Part II – Eine Fortsetzung über skurrile Flüge, abgebrochene Landungen und Windeln an der Flugzeugdecke kommt demnächst.

Advertisements

8 Gedanken zu “Geflogen wird immer: Part I

  1. Costa Rica oder Puerto Rico. Egal, ist ja alles das gleiche ;-) Schöner Blog und wie die Windeln an die Flugzeugdecke kommen, würde mich wirklich sehr interessieren. Liebe Grüße.

      • Erstmal: dein Blog lässt einen wirklich sehnsüchtig nach Urlaub in der ganzen Welt werden und die Fotos sind wow!
        Diesen Post über die Airlines finde ich aber am genialsten. Er ist so schön geschrieben, ich konnte mir eure Gänsemarsch-Gruppe richtig bildlich vorstellen!
        Ich hatte auch das Glück, einmal in einer urigen Maschine zu sitzen, nämlich von Spanair 2008 im Juni von Jerez nach Malle. Das Flugzeug klapperte wie blöd, zum Pilot waren wir nur durch einen Vorhang getrennt, der jedoch halb abgerissen war. Die Stewardessen sprachen nur irgendeine skandinavische Sprache und die Getränkenachfüllung war auf einem Stopp vorher ve
        rgessen worden.. Wir fanden es urig und lustig und die Landung war sehr spannend… Was nicht so lustig war: zwei Monate später stürtze diese Maschine ab, 150 Leute starben.
        Die Gesellschaft gibts nun auch nicht mehr… Und in Deutschland hatte sie mehrfach keine Flugerlaubnis…
        LG
        Lotte

      • Oh wow, das ist heftig. Ich versuche solche Fluggesellschaften wenn es irgendwie geht von vornherein zu umgehen, aber man kann ja wirklich nie wissen. Das Beispiel was ich oft bringe: Die im Pazifik im Jahr 2009 abgestürzte Air France Maschine. Ein paar Wochen später bin ich selbst die gleiche Strecke geflogen, mit einem sehr mulmigen Gefühl im Magen, denn ich wusste, dass ich theoretisch auch in dieser Maschine hätte sitzen können.

  2. und, bist du bei der tornadomeldung auch so relaxed geblieben wie der pilot?

    meine liebste flugerinnerung habe ich an air asia- beim flug von bangkok nach surat thani hat sich das personal fuer nix interessiert: anschnallen? wie man moechte. smartphone benutzen? go for it. rueckenlehnen nach vorn stellen? warum? immerhin hat der pilot uns wieder auf den boden gebracht!

  3. Sei froh, dass Du nicht über Miami nach Costa Rica geflogen bist. Ich habe immer versucht das zu vermeiden und bin doch irgendwie immer dort zwischengelandet.
    Fängt an mit dem dämlichen Einreisefragebogen: Sind sie drogenabhängig? Haben sie vor in den USA ein Verbrechen zu begehen? Nein, aber ich will doch überhaupt nicht einreisen.
    Mal wie Vieh mit Gummiknüppeln durch die Gänge getrieben zu werden, Fingerabdruck und Augenscan, ist auch eine einzigartige Erfahrung. Mehrere Stunden in einem auf Kühlschranktemperatur runter gekühlten Raum auszuharren mit zu wenigen, dafür aber unbequemen Stühlen, ohne Bar, ohne Toiletten. Die Bitte, ein paar Decken rauszurücken wird auch unhöflich abgewimmelt… Nee, da säße ich doch lieber in einer, wenn auch einfachen, Bar in der Dom Rep.

    • Das ganze Einreiseprozedere in die USA geht mir auch sehr auf den Geist, weshalb ich extra meine Flüge so buche, dass ich nicht über die USA fliege. Zu zeitaufwendig und zu stressig. Ich scheine jedoch nicht eine so große potentielle Gefahr für das Land darzustellen, da inzwischen nur noch von einer Hand meine Fingerabdrücke genommen werden. Und zum Thema Fingerabdrücke und Augenscan: Das machen die Amis inzwischen nicht mehr nur an den Flughäfen, sondern auch bei einigen Freizeitparks. Ja ja, dieses „ach so freie Land“ mit der 24-Stunden Überwachung. Und in den USA sollte man sich, egal welche Temperaturen das Thermometer anzeigt, niemals ohne dicken Pullover bewegen. Die Klimaanlagen laufen ununterbrochen auf Hochtouren. Sowohl im Winter als auch im Sommer.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s