Vier Monate durch die Weltgeschichte

Thailand, Australien, Fiji – und noch viel mehr Länder hat die 23 Jährige Caro auf ihrem 4-Monatigen Trip durch die Weltgeschichte besucht. Und das ganz alleine. Ihr wichtigster Begleiter dabei ist ihre Canon. Auf ihrem Blog und ihrer Facebookseite hält sie Freunde, Bekannte und Interessierte über ihre Abenteuer auf dem Laufenden und postet jede Menge tolle Fotos. Was Caro bisher alles erlebt hat, wieso sie in Thailand dann plötzlich ins Krankenhaus musste und welche Momente besonders schön waren, erfahrt ihr hier.

Kofferzuklein hat mal nachgefragt.

Thailand  © Caros Photos

Thailand © Caros Photos

 

© Caros Photos

© Caros Photos

 Vier Monate ganz alleine durch die Weltgeschichte reisen; an deiner Seite immer dabei deine Canon. Wie bist du auf die Idee zu dieser Reise gekommen?

Ich wollte schon immer reisen, es hat sich nur nie der richtige Zeitpunkt ergeben, bis ich verstanden habe, dass es den perfekten Zeitpunkt nicht gibt und man es einfach machen muss. Und falls das mit der Canon in die Frage integriert war: ich habe schon immer gerne fotografiert und vor zwei Jahren dazu durchgerungen, das viele Geld für diese Kamera auszugeben, weil ich mich jeden Tag geärgert habe, wie wenig Möglichkeiten ich mit einer normalen Digitalkamera habe. Vor allem letzten Sommer habe ich dann so viele Menschen fotografiert, bis mir klar wurde, dass ich das anscheinend kann oder zumindest besser als einige andere.

Warum reist du alleine?

Weil ich ein Mensch bin, der sich immer um andere kümmert, sorgt und helfen will. Und einmal in meinem Leben sollte es nur um mich gehen. Darum, was ich machen will und zwar genau wann und auch, dass ich meine Pläne ändern kann. Genau in der Sekunde, in der ich sie ändern will. Das kann ich mir in meinem Alltag sonst nicht leisten oder will es mir nicht leisten, weil ich glaube, damit Menschen unrecht zu tun oder sie zu verletzen, wobei diese Menschen das natürlich abstreiten würden. Ich mache mir zu viele Gedanken und damit sich einmal meine Gedanken um mich drehen, mache ich diese Reise alleine und ich habe es noch keine Sekunde lang bereut.

 Welche Länder lagen bereits auf deiner Route und was liegt noch vor dir?

Ich war bereits in Thailand, Indien, Australien, Neuseeland, Fiji und an der Westküste Amerikas (Los Angeles, Grand Canyon, Las Vegas, Death Valley, Yosemite, San Francisco). Im Moment bin ich noch in New York, mache hier nur noch einen Dreitagesausflug nach Washington, Philadelphia und zu den Niagara Fällen bevor es dann zum Abschluss noch für sechs Tage nach Lissabon geht.

Neuseeland © Caros Photos

Neuseeland © Caros Photos

 Welche Rolle spielt bei deiner Reise das Fotografieren?

Die größte. Ich werde so eine Reise (vier Monate lang, so viele verschiedene Länder) nie mehr machen und deswegen fotografiere ich allein schon, um mich an viele kleine und große Momente zu erinnern. Andererseits, wie schon in Frage 1 mit beantwortet, liebe ich es einfach und durch viele Kommentare zu meinen Fotos, habe ich dafür wohl auch ein gewisses Talent. Für meinen Blog benutze ich hauptsächlich informative Bilder (z.B. das Eingangsschild von den Universal Studios), aber auf meiner Facebook-Seite, die ich für meine Fotos habe, stelle ich „schöne“ Bilder hoch, also wo ich mir Gedanken gemacht habe, wie ich den Ausschnitt wähle und die ich meistens auch geringfügig bearbeitet habe. Ich benutze dazu nur mein ganz normales Windows-Programm, weil sich noch kein Geld für Lightroom gefunden hat. Außerdem bräuchte ich dazu wieder Zeit, um mich einzuarbeiten.

Ein Mädchen auf Fiji © Caros Photos

Ein Mädchen auf Fiji © Caros Photos

 Was sind deine Lieblingsmotive?

Ich liebe diese Frage! Ich stehe unheimlich auf Strommasten, Boote, Tiere, Kinder und versuche das Augenmerk auf kleine alltägliche Dinge zu legen. Bei vielen Fotos denkt man sich: achja, das kann ich auch fotografieren. Aber es geht eben nicht nur um das Fotografieren an sich, sondern auch um das „sehen“.

Seit wann fotografierst du?

Ich habe schon sehr jung eine Digitalkamera geschenkt bekommen, aber so richtig begonnen hat es natürlich mit meiner Spiegelreflexkamera Canon EOS 600D, die ich mir Pfingsten 2012 zugelegt habe. Im Oktober 2012 habe ich dann einen sechsstündigen Kurs bei der Volkshochschule mitgemacht, den ein professioneller Fotograf leitet und der mir unheimlich weitergeholfen hat. Personen fotografiere ich seit dem Sommer 2013. Ich habe mit Bekannten und Freunden angefangen und nach und nach wurde ich auch von Leuten angesprochen oder angeschrieben, die ich gar nicht kannte und die teilweise auch keine Freunde von mir kannten, sondern einfach auf meine Facebook-Seite aufmerksam wurden. Das ist natürlich die größte Ehre, denn zwischen „achja, die Bilder sind ganz nett“ und „ich frag sie, ob sie mich fotografiert“ liegen Welten!

© Caros Photos

© Caros Photos

 

Welcher Momente oder welche Momente deiner Reise waren besonders schön?

Ich habe auf Fiji im Gold Coast Inn Emma kennengelernt. Sie wohnt und arbeitet dort und weil ich als einziger neuer Gast auf der Insel ankam, lud sie mich zu sich in die Küche ein und ich nahm die Einladung an. Das war eine unheimlich schöne Zeit und ich bin mir sicher, dass wir in Kontakt bleiben.

Ein zweiter wundervoller Moment war, als ich mich an meinen Camper in Neuseeland gewöhnt hatte (links fahren, großes Auto, unbekannte Straßen, verwirrende Städte). Ich habe diese Zeit mehr als jede andere genossen und wäre am liebsten dort geblieben – für immer mit meinem Camper durch die Gegend fahren und anhalten, wo es mir gefällt.

Wann warst du Mal richtig sprachlos?

Beim Taj Mahal. Ich dachte, weil man es schon auf so vielen Bildern und so oft im Fernsehen gesehen hat, wäre es nur „achja, das ist es“, aber es war eben einfach ein „woooooooow“, weil es so beeindruckend ist. Wunderschön, riesengroß, majestätisch, einfach gigantisch in jeglicher Hinsicht!

© Caros Photos

© Caros Photos

 

 Gab es auch mal nicht so schöne Momente?

Leider ja. Oder soll ich sagen zum Glück? Ich denke, man lernt von den schlechten Momenten mehr, als von den guten. Ich musste in Chiang Mai in Thailand ins Krankenhaus, weil ich eine Essensvergiftung hatte, erfuhr dort aber, wie organisiert dort alles abläuft. Man bekommt zum Beispiel nur so viele Tabletten, wie man auch nehmen muss. Wenn man nur drei braucht, bekommt und zahlt man auch nur drei. In Deutschland hat man dann einen Medikamentenschrank voll mit Medizin, die man eh nicht mehr nehmen darf, weil sie ja nur für einen bestimmten Fall wirksam war.

Außerdem hatte ich Probleme mit meiner VISA Card. Sie wurde missbraucht und deswegen musste ich mir eine Notfallkarte zuschicken lassen. Als sich herausstellte, dass ich mit der immer in eine Bank gehen muss, um Geld abzuheben und nicht einfach an einen Geldautomaten gehen kann, bestellte mir meine liebe Mama eine neue in Deutschland und schickte sie mir für 60€ per Express nach Australien.

Was hast du so für Menschen auf deiner Reise getroffen?

Ich habe fast nur sehr nette Menschen getroffen! Leider auch viele Deutsche. Nicht, dass ich etwas gegen Deutsche habe, ganz im Gegenteil! Es ist nur so, dass man so eine Reise ja auch macht, um Englisch zu sprechen und das macht man mit einem Deutschen natürlich nicht. Vor allem, wenn man eine Tour macht und als Alleinreisende mit einer anderen Alleinreisenden in ein Doppelzimmer gesteckt wird, können super Freundschaften entstehen! Man trifft auch viele verrückte, aber die meisten sind „lieb-verrückt“ und „wollen nur spielen“. Ich bin mir sicher, dass ich zu Einigen sehr engen Kontakt halten werde und wenn man in deren Heimatland eingeladen wird und den Kontakt halten kann, wird das ja vielleicht auch Mal etwas!

In Los Angeles © Caros Photos

In Los Angeles © Caros Photos

Vier Monate – zu lang, oder gerne noch etwas länger?

Das schwankt immer wieder. Auf Fiji hatte ich so einen Moment: und jetzt nach Hause. Weil sich Fiji angefühlt hat, wie Urlaub und Urlaub ist nichts, was ich gern alleine mache. Ich reise gerne allein, aber das ist für mich kein Urlaub. Im Urlaub kann ich ausschlafen und gehe an den Strand, mal einen Kaffee trinken. Auf Reisen stehe ich früh auf, laufe den ganzen Tag durch die Gegend, schaue möglichst viel an. Direkt nach Thailand habe ich auch so gedacht: eigentlich habe ich schon genug erlebt. Ich war davor eben noch nie wirklich weg (Kurztrips nach London und Paris einmal bei Seite gelassen) und dann erlebe ich innerhalb dieser drei Wochen so viel, dass ich dachte: das reicht. Aber dann war ich in Indien und wollte mehr mehr mehr! Es gibt wirklich noch viel zu sehen! Südamerika und das komplette Afrika habe ich noch gar nicht gesehen und all diese Länder dort interessieren mich total! Leider ist es gerade einfach das Geld, das mich beschränkt und für ein paar Wochen will ich jetzt doch wieder Mal nach Hause. Ich bin aber schon dabei, weitere Reisen zu planen. Dazu muss aber erst wieder Geld her. Von Europa habe ich auch noch viel zu wenig gesehen und das wäre doch alles so „nah“ im Gegensatz zu Asien, Amerika und Australien!

Was kommt nach den vier Monaten?

Ich studiere Lehramt und habe im Frühjahr 2015 mein 1. Staatsexamen. Dafür muss ich lernen und noch eine 60-seitige Arbeit verfassen. Außerdem stehen noch vereinzelte Klausuren an und Fototermine stehen auch schon wieder fest. Ich habe drei Hochzeiten, die ich diesen Sommer fotografiere!

Caro hat während der vergangenen vier Monate eine Menge erlebt. Und ich finde, dass ihre Aussage

„Ich wollte schon immer reisen, es hat sich nur nie der richtige Zeitpunkt ergeben, bis ich verstanden habe, dass es den perfekten Zeitpunkt nicht gibt und man es einfach machen muss. „

genau den Punkt trifft: Vielen träumen von so einem Abenteuer, doch nur die wenigsten ziehen es auch wirklich durch. Den perfekten Zeitpunkt wird es nicht geben. Aber alles andere wird sich dann schon ergeben.

Wer noch mehr von Caro lesen möchte, der sollte auf ihrem Blog oder ihrer Facebookseite vorbei schauen.

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2 Gedanken zu “Vier Monate durch die Weltgeschichte

  1. Vielen, vielen Dank für diesen netten Blogeintrag und die Werbung ;-) . Ich hoffe, dass sich der ein oder andere auf meine Seite verirrt! Halte mich auf dem Laufenden, was deine Reiserei angeht und ich stehe für Fragen zur Verfügung – jeder Art und nicht nur für dich!

    • Vielen Dank, dass du am Interview teilgenommen hast & dann auch noch so tolle Fotos zur Verfügung gestellt hast :) Du hast mich auf jeden Fall dazu inspiriert eines Tages eine solche Reise zu unternehmen. Und wenn ich dann wirklich in der Planung bin, dann werde ich mich auf jeden Fall bei dir melden und dir ganz viele Fragen dazu stellen ;D

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