Lass uns klischeesieren gehen

Klischeesieren – mein Neologismus.

Heute morgen habe ich im Internet eine interessante Liste gefunden, die folgenden Titel trägt „What I Know About Germans – 101 Observations by Liv Hambrett“. Liv Hambrett ist eine junge australische Schriftstellerin und Lehrerin, die momentan in Deutschland lebt und sich nun an die Arbeit gemacht hat eine Liste über ihre Beobachtungen in Deutschland zu erstellen. Viele Dinge dieser Liste treffen auf mich zu, viele sind typische Klischees und manche Dingen passen einfach mal gar nicht.

1. Germans are tall.

Nein, nicht alle Deutschen sind groß. Ich bin 1,72cm, aber ein Großteil meiner Freunde sind kleiner als ich.

6. They are punctual. It’s in their genetic make up. They cannot be late.

Nein, meine Freunde (sorry) sind meistens nicht pünktlich – und ich inzwischen auch nicht mehr. Gemeinsam wirken wir diesem Klischee entgegen … und nehmen uns ein Beispiel an der Deutschen Bahn.

9. They are very good bike riders – nay, they are exceptional bike riders. They manage to look elegant while free-wheeling down cobbled streets, pashminas blowing out behind them. They are also highly adept at riding with umbrellas.

Dem würde ich gerne zustimmen, aber auf mich trifft das garantiert nicht zu. Meine Eltern sagen, dass ich auf dem Rad aussehe wie ein „Affe aufn Schleifstein.“ Und ich denke mal nicht, dass das elegant ausschaut.

11. Germans can eat. And drink. A lot. They have excellent constitutions.

Stimme zu.

20. They speak English better than most English people I know, or at least get their ‘there, they’re and their’ correct every time which is more than many English speakers can say.

Das wundert mich echt immer, dass ganz viele Englisch Muttersprachler das nicht hinbekommen. Komisch. Na ja, aber ich stimme diesem Punkt zu. Ich kann nämlich „there“, „they´re“ und „their“ außeinander halten.

30. Germans simply do not understand thongs/flip flops/jandals as viable footwear. Even when it’s warm and sunny, and a boot is impractical or too warm for the feet to be comfortable. Outside of a very small, very obviously Summer window, they will stare, bewildered, at thonged feet and quietly wonder if the wearer is mad.

Ich. Liebe. Flip Flops. Und ich laufe im Sommer fast ausschließlich in Flip Flops rum. Also, in einem richtigen Sommer. Mit Sonne und so. Nicht bei diesem Sommer, den wir seit Jahren hier haben.

31. They love a large, mind-bogglingly well stocked hardware store (with a bratwurst stand out the front). Perhaps because another mantra of the Germans could be; if you want something done well, do it yourself. Therefore they must be permanently well equipped to do things themselves, like renovate apartments with the help of a good friend and a few beers.

Mir wird gerade erst deutlich bewusst, dass bei vielen Media Märkten ein Bratwurst Stand davor ist. Lustig, irgendwie.

32. Germans lose their shit when the sun comes out and act in a manner I can only describe as suspicious. They flock to outdoor cafes and tip their faces to the sun … but remain in boots and jeans with a pashmina close by. Even when it’s 25 degrees. Even when it’s obvious the weather isn’t going to turn.

Oh jaaa! 25 Grad im Frühling? Neee, da kann ich doch noch nicht im T-Shirt und kurzer Hose raus. Ist ja noch kein Sommer. Denke nicht ich, sondern gefühlte 99% der Deutschen. Denn immer wenn ich mich im Frühling den Wetter entsprechend anziehe, werde ich angestarrt wie sonst was. Aber mal ehrlich – der Sommer findet doch inzwischen größtenteils im Frühling statt, oder?

38. They love the breakfast meal and fill the table with four different types of cheese, five different types of meat and a basket of bread rolls.

Eine wunderbare Traumvorstellung. Aber so ein großzügiges Frühstück bekomme ich leider nur selten. Aber genauso hält es sich wohl mit unserem Klischee gegenüber dem amerikanischen Frühstück: Jeden Morgen Eggs, Bacon, Hash Browns, Toast, Pancakes. Nö, wer macht sich denn die Mühe sich frühmorgens in die Küche zu stellen und das alles zu kochen? Das wäre doch wirklich der Wahnsinn.

59. In fact, Germans hate small talk. Words without purpose are wasted words.

Trifft zu – auf mich. Nicht ist schlimmer als ein oberflächliches Small Talk Gespräch, wo das andere Gegenüber sowieso nicht gut bei wegkommen wird.

66. Germans seem to really enjoy watching (dubbed) How I Met Your Mother, Two and a Half Men and The Big Bang Theory.

Das glaube ich auch.

73. Spezi, Schwip Schwap, Mezzo Mix. And the truly excellent Apfelschorle, apple juice and sparkling water. And why stop at white wine spritzers when you can have a red wine spritzer?

APFELSCHORLE!!! Ihr hättet mich mal im letzten Urlaub erleben müssen. Ich hatte so ein dringendes Verlangen nach Apfelschorle und wäre beinahe durchgedreht. Also, gute Erfindung!

79. Germans love Dackels (Dachshunds) and seem to own several of them at once. Perhaps this adoration of Dachshunds stems from their physical similarity to wurst.

Okay, das ist wirklich mega witzig. Ich kenne zwar niemanden der einen Dackel hat, aber die Assoziation mit einer Wurst finde ich genial!

95. Germans of a certain age really enjoy Jack Wolfskin jackets. Come Winter, Germany turns into a sea of identical jackets, people’s age distinguishable only by the brand they’re wearing.

Das stimmt total! Ich gehöre selbst dazu. Aber ich muss auch sagen, dass meine Jack Wolfskin Jacke megawarm und megabequem ist.

97. The whole country quivers with excitement every New Years Eve when they sit down and watch Dinner for One. But the supremely odd thing isn’t a national obsession with a 1960s black and white sketch comedy from another country that has nothing to do with New Years Eve, but the fact that this is the one film the Germans don’t dub.

Jap. Ich gehöre ebenfalls zu den Dinner-For-One-Guckern. Letztes Jahr habe ich sogar mit Freundinnen Dinner for One parodiert. Hat sehr viel Spaß gemacht.

101. Germans can open a beer bottle with anything. The couch, a coffee mug, a banana. Body parts. It’s like they all secretly take a class at school when they’re eleven, in preparation for a life time of beer consumption.

Nein, ich bin zu blöd dafür. Definitv zu blöd. Nach dem letzten Versuch hatte meine Hand mehr Schaden genommen als die blöde Flasche.

114. As ingrained in the German psyche as Quiet Time on Sunday, is the Sunday viewing of crime show, Tatort.

Nö – Ich hab noch niemals einen Tatort gesehen. Weiter geht’s.

118. They like saying ‘juhu!’

Definitiv ich. Ich juhue ganz schön oft. Auch, wenn es gar nichts zum juhuen gibt.

151. At many social gatherings, you will find a plate of cheese cubes and grapes, held together with a toothpick.

Hey, ist das unnormal? Ich finde das lecker. Und ich mache andauernd Käse-Trauben-Spieße.

 

Beim lesen der Liste musste ich einige Male schmunzeln oder laut loslachen. Ich finde es immer interessant, wie andere uns Deutsche sehen, Klischees hinterfragen oder ergänzen. Und gleichzeitig gibt mir so etwas auch die Gelegenheit mal nach links und nach rechts zu schauen und mich zu fragen: Wo bin ich hier eigentlich?

Mal ehrlich – das frage ich mich ganz schön oft.

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