Vom Schneiden & Zusammenfügen

In den letzten Tagen habe ich wieder ein Video für Hannah geschnitten. Das vollständige Video seht ihr hier. Die Art, wie ich beim Schneiden und Zusammenfügen der einzelnen Videoteile vorgehe, ist in erster Linie abhängig, wie lang das Video überhaupt werden soll. Wenn ich vornerein weiß, dass das Endergebnis ein ca. 60 Minütiger Film ist, beginnt die Vorarbeit nicht mit dem Videobearbeitungsprogramm, sondern mit einem weißen Blatt Papier und einem Bleistift. Als erstes schaue ich mir das gesamte Videomaterial an. Dadurch, dass meine Kamera die Daten auf Speicherkarten speichert, ist mir schon ein Großteil der Arbeit abgenommen worden: Ich muss nicht mehr den gesamten Film schneiden, wie es vor wenigen Jahren noch bei der Kassette der Fall war. Auf der Speicherkarte sind die einzelnen Aufnahmen separat abgespeichert. Doch trotzdem muss ich mir jede Aufnahme ansehen und genau notieren, wovon sie handelt und ob es irgendwelche Besonderheiten gibt. Dies hilft mir später einen Überblick zu haben. Bei einem kurzen Video ist das nicht nötig. Da kann ich gleich beginnen im Programm zu arbeiten.

Bei diesem Video hatten Hannah und ich eine Grundidee: Es sollte so wirken, als ob Hannah im Wald etwas hören und dann versuchen würde dahinzugelangen. Die eigentliche Handlung ist sehr kurz. Doch um Spannung aufzubauen haben wir die Szene aus mehreren Perspektiven gefilmt. Um einen besseren Überblick über die einzelnen gefilmten Perspektiven zu haben, füge ich alle nacheinander ein. Anschließend lasse ich das Video einmal durchlaufen um zu überprüfen ob die eingefügten Segmente in der Reihenfolge Sinn ergeben. Bisher sind alle Teile zudem auch noch ungeschnitten. Man hört also immer noch, wie ich teilweise Anweisungen gebe oder von drei herunter zähle.

Deshalb muss als nächstes unbedingt der Schnitt erfolgen, damit ich anschließend Sounds und Musik einfügen kann. Beim Schnitt ist es wichtig, alles „unwichtige“ und „störende“ (wie meine Anweisungen) wegzuschneiden, jedoch sollte man aufpassen, dass man nicht zu viel wegschneidet. Insbesondere dann nicht, wenn man keinen nahtlosen Übergang zum nächsten Segment hat und eine Aufblende einfügen muss. Doch dazu später noch mehr, da dies auch zunächst der Fall in diesem Video war.

Nachdem ich die einzelnen Teile passend zugeschnitten habe, öffne ich sie intern in einem größeren Fenster, da ich so besser sehen kann, ob mir der Schnitt gut gelungen ist.

Als nächstes füge ich Sounds ein. Den Originalton habe ich komplett rausgenommen, da das Windrauschen sehr störend war. Insgesamt belege ich jetzt vier Spuren: Die erste durch das Video, die zweite mit dem Sound von Schritten auf Waldboden (nicht durchgängig, sondern nur, wenn benötigt), die dritte mit Sound von typischen Waldgeräuschen (durchgängig) und auf die vierte Spur kommt das Gebrüll eines Löwen. Immer wenn das Programm harkt, orientiere ich mich besonders am Sound. Dazu muss ich ihn nicht einmal hören, sondern es reicht, wenn ich die Wellenform des Sounds sehe. Diese lasse ich mir im nächsten Schritt anzeigen.

Im Folgenden Bild sieht man wie ich in der gelben Spur die Wellenform einfüge. In der Soundspur darüber und in der darunter ist die Wellenform bereits vorhanden. Am schnellsten Füge ich die Wellenform mit der Tastenkombination Strg + W ein.

Die Herausforderung bei dem Videodreh war, dass wir viele Einstellungen drehen mussten, die alle im Endeffekt sehr kurz waren. Hinter jeder Einstellung folgt ein harter Schnitt. Damit dieser Schnitt aber auch gut gelingt, müssen die einzelnen Videos natürlich auch Sinn ergeben. Im Großen und Ganzen war ich mit allen Einstellungen zufrieden, doch an der Stelle, wo Hannah sich im Wald umschaut, hätten wir eigentlich noch mindestens eine Einstellung aus einer anderen Perspektive drehen müssen, damit man genauso einen Schnitt machen kann, wie zuvor. Doch an dieser Stelle hat das irgendwie komisch gewirkt. Daher habe ich eine schwarze Aufblende eingefügt. Eigentlich sind alle Blenden, die ich per Hand einfüge, schwarz. In der Videospur sieht man die beiden Striche, die nach links und rechts weggehen. Je länger ich diese Striche ziehe, desto länger ist die Blende. Dabei muss ich jedoch auch darauf achten, in welchen Maßstab ich das Video bearbeite. Nach einigem Anschauen, habe ich die Blende jedoch wieder rausgenommen, weil sie widerrum nicht ins Gesamtbild gepasst hat. Man sieht: Es ist schwer einen Fehler nachträglich zu bearbeiten, aber trotzdem fällt er in diesem Fall nicht so stark auf. Im folgenden Bild ist die Blende noch erhalten.

Hier ist der Maßstab anders. Ich habe sozusagen „herausgezoomt“, weil ich hier die gesamte Videolänge mit allen Einzelteilen überblicken kann. Die Aufblende (vor dem gelben Segment & hier ebenfalls noch vorhanden) ist kaum noch zu sehen, weil sie letztendlich so kurz ist.

Wenn ich mit dem Zuschneiden und Bearbeiten fertig bin, wähle ich einen Maßstab, wo die einzelnen Videoteile nicht zu klein, aber trotzdem vollständig angezeigt werden. So kann ich die Videos im linken Vorschaufenster ansehen und gleichzeitig die Spurenanzeige unten verfolgen. Dadurch kann ich gegebenfalls das Video stoppen, wenn ich mit der Vorschau nicht zufrieden bin und anschließend die Stelle in der Spur verändern. Der beste Maßstab ist immer abhängig davon, wie viel Spuren vorhanden sind und wie lang das Video insgesamt ist. Am besten ist es, wenn das gesamte Video in den Spuren angezeigt werden kann, aber die einzelen Videoteile noch groß genug sind, damit man sie gegebenenfalls bearbeiten kann.

Nachdem das Video fertig bearbeitet ist, speicher ich es ab & exportiere es anschließend in einem gängigen Videoformat. Das Exportieren ist ein Vorgang, der etwas länger dauern kann. Bei einem Video mit einer Gesamtlänge wie bei diesem, dauert es um die zehn Minuten. Ein Video mit einer Länge von 60 Minuten kann daher mehrere Stunden zum exportieren brauchen. Ärgerlich ist es dann immer, wenn plötzlich ein Fehler auftaucht und derVorgang, nachdem man stundenlang darauf gewartet hat, nicht abgeschlossen werden kann. Aber bisher habe ich noch jeden selbstgemachten Film zum Laufen gekriegt, auch wenn die Fehlersuche manchmal stunden- oder tagelang gedauert und zahlreiche Nerven gekostet hat.

Und hier ist noch einmal der Link zum Video.

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