Ich packe meinen Koffer …

… und stelle fest, dass er viel zu klein ist. Da bringt weder stopfen noch quetschen etwas. Ein Teil muss heraus. Wenn ich mich in dieser Situation befinde, liegen wunderbare Tage oder Wochen, die ich weit weg von zu Hause verbracht habe, hinter mir. Mein Koffer ist voll mit einheimischen Souvenirs (made in einem asiatischen Land – dabei war ich noch nie in Asien), mit neuen Klamotten (made im gleichen asiatischen Land – und ich war immer noch nicht in Asien) und mein Kopf … na ja, der ist voll mit Erinnerungen. Doch was tue ich, wenn gar nichts mehr in den Koffer passt und ich am emotionalen Breakdown angekommen bin? Ich packe alles in meinen Rucksack, in meine zweite Tasche und stopfe sicherheitshalber mein Kissen auch noch mit ein paar Klamotten aus. Schon ist der Koffer um einige Kilos leichter und falls der Fall der Fälle eintritt, bin ich zudem auf einen 30°C Temperaturumschwung, auf Spaghetti mit Tomatensauce in Verbingung mit Turbulenzen und den bevorstehenden Weltuntergang vorbereitet. Dass ich nun viel zu viel Handgepäck habe, kümmert mich zunächst wenig – denn immerhin fliege ich seit 18 Jahren durch die Weltgeschichte und habe  meinen Rucksack immer unter dem Vordersitz. Erstens weil er schwer ist, zweitens, weil ich ein höchst sozialer Mensch bin und lieber den Menschen, die grundsätzlich mit einem Rucksack, zwei Taschen und zwei weiteren Einkaufstüten reisen müssen, den Platz über meinen Kopf zur Verfügung stelle, damit diese ganz entspannt ihre Beine auf einem zwölfstündigen Flug unter den Vordersitz entlang strecken können. Doch jetzt bin ich mal an der Reihe, denke ich mir, und der Egoismus erwacht. Und so stehe ich mit einem Haufen Handgepäck beim Einchecken, versuche – wie immer – möglichst unauffällig zu gucken (ist gar nicht mal so leicht, bei den dunklen Harren und den dunklen Augen und den vielen Stempeln im Reisepass) und freue mich tierisch, dass ich mit viel zu viel Handgepäck in der Bretterklasse reisen darf. Die Freude hält wie immer nur kurz, denn irgendwie habe ich trotzdem in Vergleich zu den anderen am wenigsten Handgepäck. Schon ärgere ich mich, dass ich nicht noch mehr vom Asiaten meines Vertrauens gekauft habe.

Einige Wochen später erinnere ich mich vielleicht schon nicht mehr daran. Denn immerhin gibt es im Urlaub Momente, die viel prägender sind als der Rückflug. Auf jeden Fall sitze ich dann in den folgenden Wochen (oder Monaten; im Endeffekt rede ich jetzt von der Vorweihnachtszeit) vor meinem Laptop und fange an, mir alle Urlaubsbilder und Urlaubsvideos anzugucken und daraus den ultimativen Urlaubsfilm zu erstellen. Die Vorweihnachtszeit ist immer der perfekte Zeitpunkt dafür, denn das fertige Ergebnis kann anschließend als Geschenk herhalten. Doch ein Blick auf den Kalender zeigt, dass jetzt noch längst nicht die Vorweihnachtszeit ist und im Sommerurlaub war ich auch noch nicht. Was rede ich also von Reisen, Filmen, Weihnachten und Geschenken, wenn noch gar nichts davon aktuell ist? Nun, Reisepläne gibt es immer zu schmieden und mit der Kamera sieht man mich momentan auch häufiger. In erster Linie habe ich dieses Semester angefangen meinen Studiengang mit der Kamera zu begleiten. In ein paar Jahren, wenn wir den Abschluss gemacht haben, soll daraus ein ganzer Film entstanden sein und unsere Entwicklung zu (hoffentlich erfolgreichen) Absolventen zeigen. Die Idee für den Film hatte meine Mitstudentin Hannah. Eben diese Hannah hatte nun auch eine andere tolle Idee: Sie hat eine Liste aufgestellt von Dingen die man bzw. sie einfach mal im Leben gemacht haben muss. Über die Dinge, die sie dadurch erlebt, will sie bloggen. Dabei hat sie mich gebeten, sie mit der Kamera zu begleiten. Das fertige Ergebnis wird man auf Hannahs Blog sehen, bei mir die Entstehung und die Tücken, dir wir bei unseren Drehs hatten.

Koffer zu klein – Ideen zu groß. Mein Blogtitel deutet schon daraufhin, dass man hier mehrere Themen finden wird. Größtenteils wird es ums Reisen oder Filmen gehen. Auf den ersten Blick zwei ganz unterschiedliche Themen, doch spätestens zur Weihnachtszeit fügen sie sich zusammen. Und nun wünsche ich all meinen Lesern viel Spaß beim stöbern in meinem Blog!

 

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